Früher war ich vor dem ersten Advent fertig mit dem Schreiben der Einkaufsliste für das weihnachtliche Menü und meine Arme steckten mindestens zweimal pro Woche bis zu den Ellenbogen in Plätzchenteig. Ich hatte sämtliche Wunschzettel der Familienmitglieder eingesammelt und hielt Ausschau nach hübschen Motiven für die Weihnachtskarten.
Heute ist es anders geworden, entspannter. Die Deko ist natürlicher, zufälliger, müheloser. Es gibt keinen weihnachtlichen Overkill mit blinkenden Lichterketten und blauen Christbaumkugeln wie einst. Meine Kinder haben das wirklich g e l i e b t !
Natürlich könnte ich nie auf festlichen Weihnachtschmuck und den damit verbundenen Zauber verzichten. Ich liebe genau diesen einen Moment im Jahr, wo ich den Karton mit dem alten Schmuck vom Schrank nehme. Wenn ich die alten Schafe und den Esel, die silbernen Baumspitzen und die Glasvögel aus dem Seidenpapier wickele macht mein Herz jedesmal kleine Freudensprünge. Obwohl das anatomisch gesehen vermutlich gar nicht geht. Müsste man mal googeln. Unter Herzchirurgie.
Es kommt vor, das einige Kugeln aus dem Karton Tropfen aus Kerzenwachs tragen oder sogar ein wenig zu Bruch gegangen sind. Ich werfe sie nicht weg sondern lege sie zu dem übrigen Schmuck. Für mich sind gerade diese Dinge mit gelebten Spuren so herrlich charmant. Ich finde, gerade im unperfekten liegt doch die wahre Schönheit.



In diesem Dezember habe ich mir fest vorgenommen, nur noch die Dinge zu machen auf die ich gerade große Lust habe. Nicht die Dinge, die man so macht weil man sie immer schon so gemacht hat, sondern eine Vorweihnachtszeit ohne Druck und müssen.
Ich lege meinen Fokus auf andere Dinge. Das muß gar nicht viel sein. Manchmal ist das Glück nur ein Lächeln entfernt. Eine schöne Verabredungen, nette Begegnungen, gemeinsam neue Erinnerungen sammeln, Zeit haben.
Metime für einen süßen Tee, Vanillekipferl und einem schönen Buch.
Zeit verbringen mit Menschen die uns wichtig sind und auch mal an die denken, denen es vielleicht gerade nicht so gut geht und denen die Sorgen schwer auf die Schultern drücken.
Zeit für einen Kaffeeklatsch mit ehemaligen Kolleginnen. Mädels ich freu mich auf euch!
Zeit für ein endloses Frühstück in dem festlich geschmückten Café mit der Schwester. Gemütlich Kaffee trinken, Sektchen schlürfen, alte Geschichten dabei erzählen die irgendwann einmal in der Kindheit luftdicht verschlossen und weggestellt wurden. Es ist herrlich, eingemachte Geheimnisse aufzutauen, bis die Abenddämmerung beginnt und um uns herum die weihnachtliche Beleuchtung zu leuchten beginnt.
Zeit für einen Weihnachtsmarktbummel mit dem Liebsten und an einem heißen Glühwein nippen.
Zeit für einen Tagesausflug mit der Freundin in das schönste Nachbarland das ich kenne. Dabei der Weihnachtsmusik auf einem eines Brocante Fair zu lauschen während der ganze Trubel draußen bleibt, das Tageslicht dünn und schräg durch die ehrwürdigen Fenster fällt und dabei die schönsten Muster auf den Boden zeichnet.


Ich habe versucht ein wenig der Stimmung für euch einzufangen. Ignoriert einfach die Bildqualität, alle Aufnahmen sind mit meinem schon etwas, sagen wir mal in die Jahre gekommenen Smartphone gemacht ...
Vintageliebe eben ;-)






Natürlich sind auch mein Kalender oder mein Dienstplan gut gefüllt. Ich brauche auch gerade nach den Nachtwachen im Krankenhaus immer mehr Zeit um wieder in den richtigen Rhythmus zu finden.
Aber ein bisschen Zeit für schönes zu haben ist ein unbezahlbares Geschenk. Zurück bleiben immer Erinnerungen mit gefranselten, glücklichen Rändern.
Meisje

