Vintage mit glücklichen Rändern | The Christmas Edition in Arnheim

07 Dezember

Früher war ich vor dem ersten Advent fertig mit dem Schreiben der Einkaufsliste für das weihnachtliche Menü und meine Arme steckten mindestens zweimal pro Woche bis zu den Ellenbogen in Plätzchenteig. Ich hatte sämtliche Wunschzettel der Familienmitglieder eingesammelt und hielt Ausschau nach hübschen Motiven für die Weihnachtskarten. 

Heute ist es anders geworden, entspannter. Die Deko ist natürlicher, zufälliger, müheloser. Es gibt keinen weihnachtlichen Overkill mit blinkenden Lichterketten und blauen Christbaumkugeln wie einst. Meine Kinder haben das wirklich g e l i e b t !

Natürlich könnte ich nie auf festlichen Weihnachtschmuck und den damit verbundenen Zauber verzichten. Ich liebe genau diesen einen Moment im Jahr, wo ich den Karton mit dem alten Schmuck vom Schrank nehme. Wenn ich die alten Schafe und den Esel, die silbernen Baumspitzen und die Glasvögel aus dem Seidenpapier wickele macht mein Herz jedesmal kleine Freudensprünge. Obwohl das anatomisch gesehen vermutlich gar nicht geht. Müsste man mal googeln. Unter Herzchirurgie.

Es kommt vor, das einige Kugeln aus dem Karton Tropfen aus Kerzenwachs tragen oder sogar ein wenig zu Bruch gegangen sind. Ich werfe sie nicht weg sondern lege sie zu dem übrigen Schmuck. Für mich sind gerade diese Dinge mit gelebten Spuren so herrlich charmant. Ich finde, gerade im unperfekten liegt doch die wahre Schönheit.

 





In diesem Dezember habe ich mir fest vorgenommen, nur noch die Dinge zu machen auf die ich gerade große Lust habe. Nicht die Dinge, die man so macht weil man sie immer schon so gemacht hat, sondern eine Vorweihnachtszeit ohne Druck und müssen.

Ich lege meinen Fokus auf andere Dinge. Das muß gar nicht viel sein. Manchmal ist das Glück nur ein Lächeln entfernt. Eine schöne Verabredungen, nette Begegnungen, gemeinsam neue Erinnerungen sammeln, Zeit haben.

Metime  für einen süßen Tee, Vanillekipferl und einem schönen Buch.

Zeit  verbringen mit Menschen die uns wichtig sind und auch mal an die denken, denen es vielleicht gerade nicht so gut geht und denen die Sorgen schwer auf die Schultern drücken.

Zeit  für einen Kaffeeklatsch mit ehemaligen Kolleginnen. Mädels ich freu mich auf euch!

Zeit  für ein endloses Frühstück in dem festlich geschmückten Café mit der Schwester. Gemütlich Kaffee trinken, Sektchen schlürfen, alte Geschichten dabei erzählen die irgendwann einmal in der Kindheit luftdicht verschlossen und weggestellt wurden. Es ist herrlich, eingemachte Geheimnisse aufzutauen, bis die Abenddämmerung beginnt und um uns herum die weihnachtliche Beleuchtung zu leuchten beginnt.

Zeit  für einen Weihnachtsmarktbummel mit dem Liebsten und an einem heißen Glühwein nippen.

Zeit für einen Tagesausflug mit der Freundin in das schönste Nachbarland das ich kenne. Dabei der Weihnachtsmusik auf einem eines Brocante Fair zu lauschen während der ganze Trubel draußen bleibt, das Tageslicht dünn und schräg durch die ehrwürdigen Fenster fällt und dabei die schönsten Muster auf den Boden zeichnet. 
  
  

 
Die Brocante Christmas Edition in Arnheim war für mich eine Art Weihnachtsbotschafterin voller  Geflüster und Schönheit. Ich hatte vermutlich suppentellergroße Augen weil es so viel zu entdecken gab. So was von schön!
Ich habe versucht ein wenig der Stimmung für euch einzufangen. Ignoriert einfach die Bildqualität, alle Aufnahmen sind mit meinem schon etwas, sagen wir mal in die Jahre gekommenen Smartphone gemacht ... 
Vintageliebe eben ;-)
 


 





Natürlich sind auch mein Kalender oder mein Dienstplan gut gefüllt. Ich brauche auch gerade nach den Nachtwachen im Krankenhaus immer mehr Zeit um wieder in den richtigen Rhythmus zu finden.
Aber ein bisschen Zeit für schönes zu haben ist ein unbezahlbares Geschenk. Zurück bleiben immer Erinnerungen mit gefranselten, glücklichen Rändern.

Meisje

 

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2 Kommentare

  1. Das ist es, was ich an dieser Zeit so sehr liebe und schätze, liebe Meisje: Sie verbreitet so viel Ruhe und heitere Gelassenheit- vorausgesetzt, man lässt sie zu! Genau wie du habe ich mich schon lange abgewandt von dieser künstlich herbeigeführten Hyperaktivität, die viele Menschen in der Vorweihnachtszeit in Hektik versetzt und all die schönen Attribute dieser Spanne im Jahr vernichtet. Es sind die unspektakulären Dinge, die uns eine schöne Zeit bereiten, sie kosten nichts und tragen ganz viel zu dem bei, was diese Zeit sein soll: besinnlich und wohlig!
    Ich glaube, deshalb passen auch in Ehren gealterte Dinge so gut dazu. Denn sie wurden damals in Ruhe, mit Liebe und Zuwendung hergestellt, aus wertigen Materialien und in der Absicht, dass sie lange halten und weitervererbt werden sollten. Sie transportieren ein wenig die Lebensart von damals in unsere schneller!-weiter!-höher!-Zivilisation, die bestimmt sehr viel bedächtiger war und den Menschen noch die Musse gab, sich mit dem, was sie umgab, auseinanderzusetzen. Es war früher nicht alles besser, aber einiges schon! ;oD
    Hab einen sehr (wie sagte Méa?) seeligen Apfenz, Hummelzherzensgrüsse!

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  2. Genau das meine ich liebe Frau Hummel: Es sind die kleinen und unscheinbaren Dinge die wir nur einsammeln müssen und zack, zurück bleiben die allerschönsten Erinnerungen. Nichts käufliches, nichts kommerzielles. Nein, nichts davon. Die einfachsten Herzensdinge sind gemeint.
    Wunderbar deine Umschreibung zu den alten Dingen. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ehrfürchtig wir als Kinder vor der alten Krippe und den Figuren standen. Sie wurden mit größtem Respekt behandelt.
    Dem dritten König ist dann allerdings doch irgenwann einmal der Kopf abgebrochen. Der wurde auch nie mehr gefunden. Der Übeltäter übrigens auch nicht ;-)
    Kurzerhand wurde der Kopf durch eine Styroporkugel ersetzt, der ein Gesicht aufgemalt wurde und er stand ab dann immer in der hintersten Reihe. Aber genau diesen König liebste ich am allermeisten. Ich sehe ihn heute noch vor mir. Siehste, auch das habe ich mir bewahrt.
    Meine Liebe, dir auch selige Apfenztage ( ich dachte zuerst es sei ein Schreibfehler ;-))
    Herzlichst, dein Meisje

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