Meisje = 100 % Sommerkind!!!
Das war mein Juli:
Gereist: Die Ferien in der Provence waren mein persönliches Sommerhighlight. Dieses Mal waren wir wirklich der Zivilisation so fern, das unser Navi uns quer durch einen gottverlassenen Zipfel Frankreichs schickte. Keine Menschenseele weit und breit.
Der Weg zu unserem Ferienhaus war via Satelit nicht zu orten, jeder abgefahrene Feldweg führte uns ins Leere. Am Ende jeder Schotterpiste wartete auf uns .................................................... Nichts!
Zudem schüttete es wie aus Eimern, worauf die Urlaubsstimmung natürlich ihren ersten Dämpfer bekam. Mit ein wenig Humor konnte ich das am Anfang vor Mr Right noch locker überspielen. Als ich dann immer mal wieder ausstieg um die nächste Abzweigung zu inspizieren, wurde mein optimistisches Lächeln schon ein bisschen, sagen wir mal verkrampfter. Lauf du mal in Flip Flops durch knietiefen Matsch, da hört der Spaß nämlich ganz schnell mal auf. Das Auto sah vielleicht aus. Schlimmschlimmschlimm!
Ich muß aber dazu sagen, dass ich es lieber etwas individueller mag. Pauschalurlaub ist einfach überhaupt nicht so mein Ding. Im Herzen trage ich immer noch so ein bisschen Sehnsucht nach Ursprünglichkeit. Kindheitserinnerungen auf dem Land, Obst vom Strauch in den Mund, dem berauschenden Geruch nach wilden Kräutern in der Nase. Ein einfaches Vergnügen. Genau das macht doch das Leben so leichtgewichtig. Einfach, aber ehrlich eben.
Jedenfalls war Mr Big drauf und dran unseren Urlaub genau hier abzubrechen. Mitten im französischen Nirgendwo. Erste Schuldzuweisungen, es mußte ja so kommen: "WER von uns hat sich denn dieses Mal das Ferienhaus ausgesucht? Hm, wer war das nochmal?
Es muss ja immer etwas besonders sein. Nichts praktisches, nein, es muß immer eine Nummer spezieller sein. Ein normales Ferienhaus in einem normalen Ferienort gibt es ja bein uns nicht. Ist dem Fräulein alles nicht gut genug."
Schluck. War ja so klar! Ich so: "..........................................." blieb jetzt besser ganz still ....

.... malte mir aber in Gedanken schon vierzehn Tage in dem alten, stillgelegten Waschhaus aus, an dem wir mindestens schön zwölf Mal vorbei gekommen sind. Mit ein paar Bahnen gestreifem Leinen vor den offenen Seiten und einem Lagerfeuer am Abend davor, um die wilden Tiere fernzuhalten, hätten es durchaus charmante Ferien werden können. Kerzen habe ich im Urlaub immer dabei. Ein paar Lebensmittel, Decken, Feuchttücher und Zahnpasta, hatten wir im Kofferraum. Klar, man müsste ein paar Abstriche machen. Dafür mit der Natur auf du und du und mit wilden Blumen im Haar und so.
Es gibt Erwachsene die viel Geld für die Teilnahme an
einer Selbsterfahrungsgruppe auf dem Land hinblättern. Und träumt nicht
jedes Kind einmal davon, in einer Hütte im Wald zu schlafen? Auf einem
Baumhaus, in einem einem Zelt
oder in einem ausgedienten Bauwagen? Vier Räder, Küche, Bad. Ist doch
wahr.
Einem französischen Landarbeiter haben wir es zu verdanken, dass wir unser kleines Landhaus schließlich doch noch gefunden haben. Haleluja!
Aufgetischt: Aus meiner Küche gab es das einfache Rezept einer Sommertarte, das sich mit Beeren oder einer Handvoll Früchte aus der Obstschüssel abwandeln lässt.

Gewerkelt: Im Sommer verbringt man logischerweise lieber jede Minute draußen als an der Nähmaschine. Ein Lavendelsachet ist schnell gemacht und ist ein natürliches Aroma für den Kleiderschrank, das Schlafzimmer oder für`s Auto. Oder als kleines Mitbringsel für die Einladung zum Grillabend.
Getrödelt: Vive la france in Hummelo. Für mich ist das der schönste Markt in den Niederlanden, der mein Brocanteherz jedesmal um Oktaven höher schlagen lässt.
Tipp für alle Gleichgesinnten: Am 22. September findet die Brocante Parade in Diepenheim statt. Vielleicht sehen wir uns in Diepenheim?

Gelesen: Ich habe im Juli so viele Bücher verschlungen wie schon lange nicht mehr. Hier einen Krimi, da einen leichten Unterhaltungsroman. Es ist wunderschön, seine Nase in ein Buch zu stecken um darin abzutauchen. Unter all diesen Büchern steht
Elisabeth wird vermisst ganz oben auf Platz Eins meiner Leseliste. Dieses Buch hat mich herzlichst berührt und in die Welt des Vergessens katapultiert, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Autorin, Emma Healy, war gerade einmal 28 Jahre alt als sie diesen Roman vorgelegt hat:
Manche Menschen sind Teil unseres Herzens. Manche Erinnerungen bleiben für immer.
Maud hat Alzheimer. Sie vergisst, dass ihr Teewasser kocht. Dass sie keine Pfirsiche mehr kaufen soll. Und manchmal auch, wer ihre Tochter oder Enkelin ist. Aber während die Gegenwart ihr immer mehr entgleitet, öffnet sich die Tür in die Vergangenheit ...
Helen seuzt. Mit den Zehen stupst sie etwas auf dem Boden an. "Brauchst du das noch?"
Es ist ein Einmachglas. Da sind Dinge reingestopft: ein Handschuh, zwei Kronkorken, ein Papier von einem Schokoladenriegel und ein paar Zigarettenkippen, aus denen die letzten Tabakkrümel rieseln. "Das ist wichtig," sage ich.
"Wie kann das denn wichtig sein? Das ist widerlich." Helen hebt das Glas mit den Fingerspitzen auf und wirft einen Blick auf die Dinge darin. Dann wirft sie es auf den Kleiderstapel.
Vielleicht hast du auch einen besonderen Lesetipp und erzählst uns von deiner Lieblingliegestuhl Lektüre? Ich bin sehr gespannt!
Habt wundervolle Sommertage, danke mit Knicks.
XOX, Meisje


