Rezept gegen die Vergesslichkeit: Bananenbrot

17 Januar


Ich schiebe meine Zerstreutheit oft und nur zu gerne meinen Wechseldiensten im Krankenhaus in die Schuhe. Wer wie ich im Früh-, Spät- und Nachtdienst arbeitet, der darf meiner Meinung nach ein wenig verpeilt sein. Zu wenig und unregelmäßiger Schlaf ist immer ein gutes Alibi für jede Art von Vergesslichkeit. So gesehen ist die Arbeit im Wechseldienst auch ein Privileg für manche Peinlichkeit. Eine perfekte Entschuldigung fürs Vergessen.

Auch wenn es sich, wie in diesem Fall,  nur um eine Handvoll Bananen handelt. Ein Bündel Bananen im Kofferraum meines französischen Kleinwagens. Im Sommer hätte eben genau dieses die allerschlimmsten Folgen haben können. Bei einer Polizeikontrolle.
Beispiel: Ein junger Polizist winkt mich mit seiner Kelle an den rechten Straßenrand. "Guten Tag, Fahrzeugkontrolle. Ihren Führerschein, den Personalausweis und die Fahrzeugpapiere bitte." Das Übliche. Hat jede von uns schon einmal mitgemacht. Es gibt nichts zu beanstanden, meine Papier sind sauber und er reicht sie mir durch die herunter gekurbelte Scheibe zurück.
"Zur Überprüfung Ihres Verbandskasten und des Warndreiecks öffnen Sie bitte noch kurz den Kofferraum!"
KURZ! Vermutlich wäre ich weder um einen Drogenschnelltest (Holländischer Perso ...), noch um ein dreimonatiges Fahrverbot nebst zwei Punkten in Flensburg davongekommen. Wer so dumm ist und sich mit überreifen Bananen im Kofferraum erwischen lässt, begeht höchst wahrscheinlich eine Ordnungswidrigkeit und hat mit einem Bußgeld und empfindlich-erheblichen Sanktionen rechnen. 
Die Schlagzeile:

Undefinierbare DNA-Fragmente im Kofferraum eines schwarzen, französischen Kleinwagens entdeckt!  

Lahnstein: Während einer allgemeinen Fahrzeugkontrolle 
ergoss sich eine braune, undefinierbare Substanz beim Öffnen eines Kofferraumdeckels über eine mitgeführte, rosè farbene Fleecedecke. Der PKW wurde aus Sicherheitsgründen beschlagnahmt, die Fahrzeughalterin mit Niederländischem Pass befindet sich nach einem kurzen Verhör beim zuständigen Haftrichter wieder auf freiem Fuß.  Seitdem steht sie in der Küche und backt lecker Pfannkuchen Bananenbrot für alle ...















Bananenbrot

250 g Dinkelmehl
1 Päckchen Backpulver
150 g braunen Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Pr. Salz
2 Eier
3-4 reife Bananen
150g Erdnussbutter
150 ml neutrales Öl

Das Mehl mit dem Backpulver, dem Zucker und dem Salz mischen. Die Bananen zerdrücken und mit den Eiern verquirlen. Die Masse unter die trockenen Zutaten rühren. Nun langsam das Öl dazu gießen und alle Zutaten zu einem glänzenden Teig verarbeiten.
In eine gefettete Kastenform füllen und mit einer einer halbierten Banane belegen.
Bei 180 ° C etwa 45 Minuten backen. Ich empfehle immer die Stäbchenprobe, da jeder Backofen anders backt.





Ich verwende gerne stückige Erdnussbutter, um dem Brot etwas mehr Crunch und Struktur zu geben. Das Dinkelmehl verleiht dem Brot außerdem einen nussigen Geschmack. Ein neutrales Öl macht jedes Gebäck locker, feucht und zart.

Das Brot wird zum Frühstück leicht geröstet und mit Nüssen, Honig oder einem Klecks Joghurt darauf sehr lecker.

 Dir den allerschönsten Abend. Meisje


Im ganzen Leben hätte ich nicht mehr an die Bananen im Kofferraum gedacht. Wäre mir im Auto nicht immer dieser süssliche Geruch aufgefallen, der mich mich wage an eine südamerikanische Bananenplantage erinnerte.
Mal gespannt was ich nächste Woche alles vergesse. Vier Nächte am Stück ;-)


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6 Kommentare

  1. Liebes Mejse,
    ich kann mir die Situation der Fahrzeugkontrolle ganz gut vorstellen....lach!
    Beim Abendessen fiel mein Blick eben auf die reifen Bananen, da musste ich daran denken, dass mein Mann in der letzten Woche von Bananenbrot gesprochen hatte. Zack....jetzt hab ich sogar ein Rezept dazu. Ich habe es direkt mal notiert und gleich morgen nach Büroschluss führt mein Weg in den Laden um die fehlenden Zutaten zu kaufen.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend!

    Monika

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  2. Liebes Meisje,
    es ist immer wieder soooo schön und erfrischend bei Dir zu lesen!!!
    Und dann noch so ein tolles Rezept. Mein Schwiegersohn und die Enkelkinder
    sind regelrechte Bananenfans...Jetzt weiß ich, womit ich ihnen eine Freude
    machen kann!!! 1000 Dank!
    ...und dass die 4 Nächte schnell und ohne größere Probleme vorübergehen mögen!
    Alles Liebe
    Heidi

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  3. Liebe Elke,
    du schreibst immer so lustig, und ich liebe Bananenbrot, das sieht hier alles sehr sehr lecker aus, ich backe deins bestimmt auch bald nach, nach der Diät.
    Hab eine schöne Restwoche herzlichst das Reserl

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  4. Liebes Meisje, das hast Du aber schön verpackt mit Fahrzeugkontrolle, Drogentest und Bananenplantage, da muß man erstmal drauf kommen:))
    Ich arbeite nicht im Schichtdienst und bin auch öfter mal zerstreut, oder schaue kurz bevor ich aus dem Auto wieder aussteige, ob ich überhaupt Stiefel angezogen habe oder noch in den Hausschuhen stecke.
    Das liest sich sehr lecker und ist auch richtig was für die Nerven. Danke für das Rezept.
    Ganz lieben Gruß
    Birgit

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  5. Die Bananenplantage, ach Meisje, was für wundervoll humorige Verwebungen, ich konnte die überreifen Kerlchen glatt riechen :)) Zum Piepen. Ja, für was doch Kontrollgänge alles gut sein können ;)
    Wie Du es bei Deiner beruflichen Belastung allerdings schaffst, noch zu posten - noch SO zu posten (das sind ja die reinsten Pirouetten!), mal ganz abgesehen davon, noch zu backen und solche Bilder zu zaubern, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel sein.
    Hab es wunderbar, Du Liebe, und Danke für diesen zauberhaften Post :)) Deine Méa

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  6. 4 Nächte am Stück...das ist mein Horror...ich kenne diese Verpeiltheit...ich hoffe, dass ich irgendwann aus dem Schichtdienst rauskomme, vielleicht wirds dann besser:-)
    Herzlich Susanne

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